Lunas Lied

Neumondnacht. Bild: Manfred Rose/pixelio.de

In einer Neumondnacht umgeben von Stille und der Sterne Glanz,
da sah ich sie plötzlich ,singend, sich wiegend im Tanz.
Auf einer Lichtung war sie, strahlend und zugleich dunkel,
junges Mädchen und altes Weib, umgeben von silbernem Funkeln.
Aus ihrem Blick der mich traf, leuchtete Mondlicht,
„komm näher“ lacht sie, „komm und fürchte dich nicht!

Es ist schon Äonen her, da ich für einen von eurer Art sang.
Setz dich zu mir und lausche meines Liedes Klang.
Ihr habt mir so viele Namen gegeben, mal voll Ehrfurcht,
nanntet ihr sie, und dann wieder gezischt, wie einen Fluch.
Am Himmel weit weg von Euch wähnt ihr mich
Doch in aller Stille spiegelt sich in manchem Auge mein Licht.
Flüstern Eure Seelen mir Wünsche und Hoffnungen zu,
finden Eure Herzen in meinem Palast der heißt Nacht süße Ruh’.

Es ist mein Atem, der Eure Meere bewegt.
Mein Licht das Euch zeigt das Verkannte auf Eurem Weg.
Wenn Ihr still werdet in Versenkung oder Traum,
gebt Ihr meinem ewigen Zauber Raum.
Ich bin die von der Ihr lernen könnt,
dass alles, auch Ihr auf des Lebens Rhythmen hört.
Eure Kulturen, sie erblühen und verwelken,
wie alles das lebt in dieser und allen anderen Welten.

Ein großer Teil Eures Leides liegt in Eurem Begehren,
sich gegen den Rhythmus des ewigen Tanzes zu wehren.
Ihr müsst erklären, beschuldigen, erbittert verteidigen
was längst verloren ist im Getriebe der sich wandelnden Zeiten.
Dabei ist mein Zauber so einfach und doch voller Macht.
Ich singe im Wachsen und Schwinden, endlos und sacht.
Und Eure Seelen, sie hören mein Lied singen es leis,
auch wenn Euer Verstand es ignorieren will um jeden Preis.

Und so ist das Ewige an Dir und mir nicht unsere Gestalt.
Nicht wie man uns nennt, ob wir jung sind oder alt.
Es ist das Lied, das wir singen und zugleich sind.
Der Klang im Inneren, gewaltig und sanft, wie der Wind.“
Wir sitzen noch lange zusammen in dieser Nacht.
Ich erkenne der Stille gewaltige Macht.
Sie sang nur für mich, doch da Du ihrem Lied nun lauschst,
Die Ahnung einer neuen Sicht durch die Neumondnacht rauscht.


							

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