Jahreskreis

In der Dämmerung werden die alten Kräfte wach

Unsere Vorfahren feierten 8 besondere Nächte im Jahr. Nun magst Du denken, dass das ja nun schon echt richtig lange her und total out ist, oder? Nun, was glaubst Du woher zum Beispiel Ostern seinen Namen hat? Ob es ein Zufall ist, dass das Fest zur Frühjahrstag- und Nachtgleiche Ostara oder Eostre hieß? Dass an diesem Tag gefeiert wurde, dass sich der Gott der Wilden Dinge in der Anderswelt erholt hat und als junger Mann zurückkehrt, um das Leben mit all seiner Kraft in die Welt zurück zu rufen? Ich denke nicht. Oder auch, dass der Heilige Abend auf den 24.12. fällt? Nahe an das Yulefest unserer Vorfahren, die die Geburt der Sonne und damit der Hoffnung feierten? Oder auch Halloween am 31.10.?

Ich habe auch so geschaut als mir klar wurde, dass viele der alten Feste heute eigentlich nur einen neuen Namen und eine neue Legende bekommen haben. Das zeigt aber, dass die besondere Magie und Kraft dieser Tage heute noch gefühlt wird. Verschiedene Traditionen feiern die Festtage an unterschiedlichen Tagen.

Und so werde ich immer im Monat eines solchen Festes eine Geschichte zum Fest erzählen. Da die Festlichkeiten über mehrere Tage gingen, könnte es auch Mal Mehrteiler geben. Ob Du sie gleich liest, oder sie Dir, sozusagen als Festtagsschmankerl aufhebst, bis Du feierst, überlasse ich Dir.

Hier noch ein kurzer Überblick über die Feste des Jahres:

– Yule (Sonnenfest): die Wintersonnenwende um den 21. Dezember herum. An diesem Tag wird der Sonnengott geboren und mit ihm die Hoffnung auf Leben und Fülle. Duftendes Gebäck, Lieder und Geschichten sollen die Erdgöttin in den Wehen unterstützen und ermutigen. Nachdem das Kind geboren ist, geht sie in die Anderswelt, um zu schlafen und sich zu erneuern. Nach 12 Tagen kehrt sie zurück,als Frühlingsjungfrau. Die 12 Tage ohne Götter werden auch die Raunächte genannt.

– Candlemas oder Imbolc (Mondfest): Es wird im Februar gefeiert, wenn die Macht des Winters gebrochen wird. Die Frühlingsjungfrau Holda oder auch Brighid hat Mitleid mit der frierenden, unter Eis erstarrten Erde und so fordert sie den Winterkönig zum Kampf 12 Tage nach der Wintersonnenwende. Lange kämpft sie um schließlich zu siegen und die eisige Starre, die er über die Erde warf zu brechen. Candlemas ist ihre Siegesfeier.

– Ostara (Sonnenfest): an der Frühjahrstagungsnachtgleiche kehrt der junge Sonnengott auf die Erde zurück. Er erhebt sich aus dem Jenseits, wo er nach seiner Geburt an Yule schlief und wuchs. Als Jüngling durchstreift er die erwachende Welt und trifft die jungfräuliche Göttin, die nach ihrem Sieg an Candlemas blieb um das Leben zu hüten. Sie verlieben sich ineinander.

– Beltane (Mondfest): Im Mai wird der Beginn des Sommers gefeiert. An Beltane heiraten die Erdgöttin und der Sonnengott. Durch ihre Ehe und die Schwangerschaft wird aus der Jungfrau die Mutter und aus dem Jüngling der Mann. Ihre Liebe schenkt der Welt Licht und Wärme. Und so wie die Göttin, blüht auch die Natur, um Früchte und Fülle hervor zu bringen.

-Litha (Sommersonnenwende, Sonnenfest): Im Juni wird der Sonnengott zum König gekrönt. Er ist nun nicht mehr “nur” der Gefährte der Göttin, sondern herrscht gemeinsam mit ihr. Doch mit der Krone nimmt er auch sein Schicksal an.

– Lughnasadh (Mondfest): im August übergibt die Göttin die Herrschaft an den Sonnengott. Sie wird zur weisen Ratgeberin und widmet sich ihrer Schwangerschaft. Bereitet sich vor auf die schwere Aufgabe, die ihr bevorsteht. Auch trifft sie Vorbereitungen für die Ernte. Damit sie sicher eingebracht wird.

– Mabon (Herbsttagundnachtgleiche, Sonnenfest): Erntedank. Und der Tag, an dem der Sonnengott erfährt, dass es sein Schicksal ist, sein Haupt unter die Sichel der Zeit zu neigen. Er wird geopfert werden und in die Anderswelt geschickt. Er ringt damit, darum kann es auch nach diesem Tag noch heiß werden.

-Samhain (Mondfest): Im November endet der Jahreskreis. Es ist die Göttin selbst, die das Schwert der Zeit gegen ihren Gefährten führen muss. Im Tod geht er in die Anderswelt, das Jenseits und dort wird es Sommer. Ein Funke seiner Macht fährt in das Kind, das die Göttin im Leib trägt. Sie wird vor Gram zur Alten und ihre Jugend geht mit ihm in die Anderswelt. Die Tore zwischen den Welten sind weit offen in dieser Nacht und die Lebenden und die Toten können sich für eine Nacht treffen und feiern. Am Morgen nach Samhain beginnt der neue Jahreskreis.

Kommentar verfassen